|
Im
Netz bin ich auf diese bemerkenswerte Geschichte gestoßen, eine
Geschichte von der auch ich sagen würde: ...wie können die
nur...! Das Leben läuft nicht immer wie geplant, es giebt Höhen und Tiefen und aus allem sollte man seine Erkentnisse
ziehen...und seiner Verantwortung bewußt sein.
Je mehr man über diese Geschichte nachdenkt, um so mehr sehe
ich auch ein wenig unsere Geschichte darin... im Jahr 2007 kam unsere
Tochter Maria-Sophie zur Welt und wir mußten uns oft die Frage
stellen lassen: "...aber nun schafft ihr doch eure Hunde weg,
oder...?". Unsere Tochter lernte mit Hunden aufzuwachsen und das war
sicher nicht immer einfach. Es war eine Aufgabe und heute ist sie
über 4 Jahre und unglaublich Setterbegeistert..., sie begleitet
uns zu Ausstellungen und geht mit auf den Hundesportplatz zum Training.
Die Setter gehörten immer zu uns und werden weiter zu unserem Leben gehören - die Setter sind unser Leben.
Bitte denken Sie sehr ernsthaft darüber nach, ob das Leben mit
Hund - auch Ihr Leben sein kann - mit all seinen schönen und
stessigen Seiten.
Diese Geschichte fand ich im Internet, sollte ich hierbei ein Copyright verletzen, so teilen Sie mir das bitte umgehend mit.
Einige Worte des Autors:
Wenn "Wie konntest Du nur...?" Tränen in Ihre Augen
trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb.
Jedermann ist es erlaubt diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht
kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die
Entscheidung, ein Haustier in eine Familie aufzunehmen, eine wichtige für das
Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen
Jim
Willis.
Copyright Jim Willis 2001
Wie konntest du nur...?
Copyright Jim Willis 2001
Übersetzt aus dem
Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)
Als ich noch ein Welpe
war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum
Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl
durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde
ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war,
erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du
nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den
Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit
dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst
furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den
Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im
Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume
anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner
sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten
Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel,
denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du),
und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf
Deine abendliche Rückkehr wartete.
Allmählich fingst Du
an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch
damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete
geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und
Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter
Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst
und als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau,
ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in
unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und
gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst.
Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung
darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch
und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst
hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die
meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte.
Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem
"Gefangenen der Liebe".
Als sie aber grösser
waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest,
zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in
meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf
die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn
Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte
sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.
Ich kroch heimlich in
ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und
gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der
Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du
einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und
erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren
hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema
gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur
einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir
zum Dorn im Auge.
Jetzt hast Du eine neue
Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet
in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du
hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen,
aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.
Ich freute mich über
die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und
Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die
Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes
Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie
Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder
eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit
"Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln
vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie
dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir
Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht
hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe
und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum
Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden
und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du
hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.
Nachdem Du fort warst,
sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon
seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts
unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie
schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".
Sie kümmern sich um
uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir
gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen
verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an
meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine
Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer
Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre,
der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich
einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte
Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber
ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück
und wartete.
Ich hörte ihre
Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und
trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum.
Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte
meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte
vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch
ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe
war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher
um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte
ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.
Behutsam legte sie den
Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne
über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten,
genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit
geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als
ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle
Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig
und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte
"Wie konntest Du nur?"
Vielleicht verstand sie
die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid".
Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre
Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort
wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt
werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem
Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische
Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen
meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest
Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen,
an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf
Dich warten.
Möge Dir ein jeder
in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.
|